
"Der Weg zum dritten Rad"

Im Sommer 2004 haben wir uns entschlossen uns einen Beiwagen zuzulegen. Grund hierfür war die Begeisterung für das Motorradfahren. Wir wollten einfach weiterhin mit Motorrädern in den Urlaub fahren, zelten, etwas erleben und Leute kennenlernen.
Der Sohn meiner Freundin ist 5 Jahre alt. Nach vielen Fragen bezüglich des Beiwagens und Abwägungen welcher es denn nun werden sollte, war es dann so weit! Ich rief bei der Firma Walter an und wurde super gut und fachkompetent beraten. Nach einem Besuch der Firma nach dem Edersee Meeting bestellte ich dann das Modell "Walter Yukon". Im Rohbau konnte ich bereits mein Boot begutachten. Das Motorrad überließ ich dann für 2 Wochen Herrn Walter und er zauberte ein wunderschönes Gespann. Nur der Gepäckträger war beim Abholen noch nicht da, wurde aber rechtzeitig zu unserem Urlaub hinterhergeschickt und von mir ohne großen Zeitaufwand oder Probleme montiert.
Ein mulmiges Gefühl überfiel mich als ich die ersten Meter mit meiner Freundin im Beiwagen fuhr. Wir mußten immerhin 350 Km nach Hamburg fahren und ich hatte, trotz meiner 25 Jahre Solomotorradpraxis, keine Erfahrung im Gespannfahren. Diese erste Strecke fuhren wir vorsichtig und kamen auch ohne Schäden in Hamburg an.
Meine erste Fahrt ohne Gewicht und Passagier im Beiwagen führte mich dann schnell zu der Erkenntnis, dass ich einige Übungen vor einer längeren Urlaubsfahrt absolvieren sollte. Dazu kann ich auch nur jedem raten.
Einen "Lehrgang" wollte ich besuchen, fand aber keinen zeitlich passenden. Also alles selbst in die Hand genommen, am Wochenende auf den Aldi Parkplatz und brenzlige Situationen trainiert.
Kurz darauf starteten wir unsere Tour nach Schottland. Kind im Beiwagen, Frau auf eigenem Motorrad und ich als Pilot auf der Road King. England, so habe ich es empfunden, ist für Neulinge kein gutes Pflaster. Durch das Fahren auf der "falschen" Seite ist der Fahrer auf der Straße immer in Schräglage. Es ist wirklich schwierig dort gewesen am Anfang. Mit der Zeit habe ich mich aber damit abgefunden. Wir waren nie besonders schnell, aber in jedem Fall sicher unterwegs. Ca. 3000 Km sind wir in 2,5 Wochen gefahren. Sohnemann konnte, wenn das Wetter es zuließ, im Beiwagen mit einem handlichen DVD-Spieler seine Lieblingsfilme wie zum Beispiel Nemo gucken. Zu diesem Zweck hatte er unter seinem Helm noch kleine Kopfhörer. Ich denke die gesamte Fahrt hat ihm sehr gefallen. Auch ist ihm nicht entgangen das die Leute am Straßenrand ständig winkten wenn sie uns kommen sahen (hörten). Kehrten wir irgendwo zu einer Pause ein stieg er, nachdem er den Schließmechanismus der Tür entschlüsselt hatte, selbständig aus und tat so als wenn ihm das Gespann gehörte.
Abschließend kann ich sagen, dass ich diesen Schritt nicht bereut habe. Gespann fahren bringt genauso viel Spaß wie Solo fahren. Mir fehlt vielleicht noch die Erfahrung aber die bekomme ich ganz sicher mit der Zeit! In jedem Fall kann ich sagen das ich durch Hernn Walter hervorragend beraten wurde. Im Frühjahr werde ich dort mal wieder vorbeischauen und mal gucken was es neues gibt. Einen Kaffee hat mir Frau Walter zugesagt!
Und nun noch ein paar Fotos unseres Harley-Davidson Road King Classic-Gespanns mit dem WALTER Yukon.



